Meine erste Begegnung mit Gamergate

Ich habe heute das erste Mal Kontakt mit der Internetbewegung Gamergate gemacht und bin geschockt was für eine Welle von unglaublichen Hasses ich angetroffen habe. Es tut mir Leid, dass der Beitrag vielleicht nicht sehr gut geschrieben ist und vielleicht etwas sehr emotional, aber ich muss dem einfach mal Luft machen.

So lief meine Erfahrung ab:

Kontext liefert dieser Tweet, beziehungsweise die Antworten auf ihn: 

Polygon, eine mittlerweile recht großes Gamingportal hat hier eine News, die auch über andere Seiten bekannt wurde, nämlich dass die animierte Serie Steven Universe​ im United Kingdom leicht zensiert wurde, veröffentlicht.

Dies geschah in der Hinsicht, dass eine Andeutung von gleichgeschlechtlicher Romanze entfernt wurde. Steven Universe ist dafür bekannt, für eine Kinderserie im Bezug auf „Liebesweise“ (sie zeigen keine Sexualität, ich kenne leider kein anderes Wort dafür) und Vielfalt recht fortgeschritten zu sein, weshalb einige Fans der Serie mit Empörung reagierten.

Ich persönlich habe die Szene gesehen und auch die zensierte Version und finde persönlich, dass es eine alberne Zensur ist, die der Szene etwas Sinn nimmt, aber jetzt auch nichts grundlegendes Dramatisches ist.

Und dann schrieb einer der Newsautoren bei Polygon einen Artikel über den ganzen Vorfall, nichts Ungewöhnliches für ein Webmagazin.

Dann kam Gamergate ins Spiel und von da an wird alles absurd.

Irgendein Twitter User wirft Polygon „hypocracy“, also Heuchlerei basierend darauf vor, dass einer der Autoren von Polygon vor längerer Zeit ein Opinion Piece geschrieben hat, in dem er Zensur von provokanten Spielen zu einem gewissen Maß verteidigt hat.

Dieses Opinion Piece ist unter anderem, wie der Name schon sagt:

1. Komplett und explizit subjektiv und spiegelt nicht die Meinung von Polygon als Magazin im Gesamten wieder

Außerdem:

2. Tatsächlich gut begründet, wenn auch ich anderer Meinung war

3. In keinster Weise verbunden zum Steven Universe Vorfall

Zudem warf ein anderer Twitter User Polygon auch vor, dass sie bei Spielen wie Street Fighter 5 und Dead or Alive Extreme Beach Volleyball 3, die im Westen mit etwas mehr bekleideten Frauen kommen/einen Poklatsch nicht im Spiel haben, sich nicht beschwert hätten und jetzt mit zwei Maßen messen. 

(Jap das ist deren Ernst)

Abgesehen davon, dass Polygon gar nicht mal groß Stellung bezieht, sondern einfach eine News mit dem Fakt, dass Steven Universe zensiert ist veröffentlicht, ist wohl klar, dass dieser Vergleich so ziemlich bei den Haaren herbeigezogen ist.

Hier geht es nur darum ein Opfer zu finden, auf dem man einige Zeit lang rumhacken kann, bis es Essen gibt, oder Mutti darum bittet etwas leiser zu schreien.

Mehrere Nutzer holten dann mit dem Hashtag #gamergate dann den Rest der Meute zu sich, so wie es anscheinend immer abläuft und dann fing eine massive Welle des Hasses und der gegenseitigen Selbstbestätigung an, die fast schon in einem komischen Ausmaß albern wäre, wenn sie nicht so verstörend selbstbewusst wäre.

Und ich sitze hier und weiß nicht mehr wie ich meinen Glauben in die Menschheit wiederherstellen soll.

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Ein Gedanke zu “Meine erste Begegnung mit Gamergate

  1. Wenn Gamergate eine Sache kann, dann den Glauben an die Menschheit zerstören.
    Ich habs ja auf Twitter schon gesagt: Analog zur Schwarmintelligenz gibts halt auch die Schwarmidiotie und im Falle von Gamergate ist die ziemlich beängstigend. Auch wenn die meisten Leute von GG nicht mehr viel mitbekommen, ist Harassment für die „Opfer“ (wie ich dieses Wort hasse) von damals immer noch regelmäßig auf der Tagesordnung…

    Gefällt 1 Person

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